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Anmerkung: Danke an alle die gereviewd haben;) Ich bin jetzt wieder aus dem Urlaub zurück und werde fleißig weiterschreiben können, so dass das nächste Kapitel schneller kommen wird und wieder etwas länger sein wird


Wohnzimmer
5 Minuten später


„He Wunderknabe, ich dachte du stehst so auf Fotos. Warum hast du keine hier stehen?“, fragte Miss Parker die auf dem Sofa saß als Jarod den Raum betrat.

„Ich hab sie oben“, war seine Antwort.

„Was ist das?“, sie deutete auf den Gegenstand den Jarod immer von einer in die andere wechselte.

"Leg duch bitte auf das Sofa", sagte Jarod, ihre Frage ignorierend.

Miss Parker zog die Augenbrauen zusammen, sagte aber nichts sondern tat wie ihr geheißen.

Der Pretender kniete sich vor das Sofa und wollte ihr Pyjama-Oberteil etwas hochschieben doch Miss Parker schlug seine Hand weg. „Was glaubst du, tust du da?“, fragte sie ärgerlich und warnend zu gleich.

Jarod seufzte und hob das rote Kissen etwas an, so dass sie es sehen konnte. „Das ist ein Kirschkern-Kissen. Man legt es in die Mikrowelle damit es, wie eine Wärmflasche, warm wird. Kirschkern-Kissen sind durch ihre natürlichen Bestandteile weitaus gesünder als Wärmflaschen und ...“

„Ja ja, danke“, sie riss ihm das Kissen förmlich aus der Hand und legte es sich selbst auf den Bauch.

Jarod nickte ihr zu und ging zu dem anderem weißem Ledersofa.

„Du warst also zum ersten Mal im Urlaub? Und hat es dir gefallen?“, fragte Miss Parker nachdem sie eine Weile geschwiegen hatten.

„Ja“, sagte Jarod knapp.

„Das klingt ja begeistert“, stellte sie trocken fest.

„Doch. Ich meine Zoe und ich hatten sehr viel Spass und es war auch sehr schön mal nicht zu arbeiten.“

„Dann war das der Grund warum du dich nicht mehr im Centre gemeldet hast? Ich meine, ich hab Sydney und Broots die Hölle heiß gemacht, aber es hat trotzdem ewig gedauert bis wir etwas gefunden haben“, sie spielte mit ihrem silbernen Ring.

Broots und Sydney taten Jarod ein wenig Leid. Zweifellos hatte Parker sie dafür verantwortlich gemacht, dass sie keine Spur von ihm hatten. „Zoe und ich waren anderweitig beschäftigt. Außerdem wollte ich dich, Syd und Broots nicht unbedingt in meinem Urlaub antreffen..“

„Ach nein?“, unterbrach ihn Miss Parker.

Jarod schüttelte den Kopf. „Nein. Ich hatte ein für alle mal genug von euch.“

Miss Parker richtete sich etwas auf. „Moment Mal, soll das heißen du wolltest verschwinden? Für immer?“, fragte sie scharf.

Jarod seufzte. „Parker, ich habe endlich einen Teil meiner Familie gefunden. Ich möchte jetzt Zeit mit ihnen verbringen. Es wäre viel zu gefährlich, wenn ich weiter diese Spielchen mit dem Centre spielen würde. Ihr wart schon viel zu oft viel zu nah an mir dran. Ich möchte meine Familie nicht dieser Gefahr aussetzen!“

Sie senkte den Blick. „In gewisser Weise hast du Recht, denke ich“, sagte sie sanft. „Du solltest so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen. Denn jeden einzelnen Tag könnten wir kommen und dich holen“, sie lächelte ihn grausam an. „Und an diesem Tag werde ich Jonnie anrufen, damit er mein Haus in Miami renoviert, während du mit Syd in einem SubLevel sitzt“, noch immer lächelte sie, doch ihre eiskalten blauen Augen lächelten nicht.

Ungläubig zog Jarod die Augenbrauen zusammen. Warum tat sie das bloss immer wieder? Sie hatten ein wirklich schönen Abend gehabt. Endlich waren sie mal in der Lage gewesen normal miteinander zu reden und nun wurde sie plötzlich wieder eiskalt und legte es darauf an ihn zu verletzen. „Was soll das, Parker. Ich dachte....“

„Was dachtest du, Jarod? Das sich jetzt alles ändert? Ich muss dich enttäuschen, denn sobald diese Sache geklärt ist wird alles wieder zum alten“, sagte sie kalt.

„Ich habe nie etwas anderes gesagt. Herrgott, warum musst du immer darauf herum reiten? Ich hab es schon verstanden, als Lyle es mir heute Mittag gesagt hat. Du musst es mir nicht immer unter die Nase reiben“, sagte Jarod aufbrausend.

„Ich wollte nur, das es klar ist.“

„Es ist klar. Mehr als das“, erwiderte Jarod kalt. Er wusste, dass sie davor Angst hatte sich ihm zu weit geöffnet zu haben. Doch sie hatte ihn und seine Familie bedroht, deshalb musste er sich sehr zusammen reißen um seine Wut nicht zu zeigen.

„Gut“, Miss Parker erhob sich von ihrem Sofa um wieder nach oben zu gehen. Denn sie fühlte sich in Jarods Gegenwart gerade mehr als unbehaglich.

„Warte!“, forderte Jarod.

„Was?“, fragte sie entnervt ohne sich um zudrehen.

„Du hast meine Frage nicht beantwortet. Warum tust du das immer?“, fragte er sanft.

„Was?“

„Du weißt was!“

Sie fuhr herum. „Du kannst es wirklich nicht lassen, oder?“ Jarod öffnete den Mund um etwas zu antworten, aber sie war schneller. „Ich habe Angst. Das ist es. Ich habe Angst, dass das Centre raus findet was Lyle und ich hier tun. Ich habe Angst davor, dass ich dich vielleicht nicht so sehr hasse, wie ich sollte. Man bedenke, was beinahe bei Ocee passiert wäre und bedenke man, dass die Wahrscheinlichkeit das du mein Bruder oder wir wenigstens irgendwie verwandt sind sehr hoch ist“, angewidert schüttelte sie sich. „Und ich habe Angst davor dieses Geheimnis aufzudecken, weil das letzte Mal, als wir das getan haben, definitiv nichts Gutes dabei raus gekommen ist“, sagte sie.
Jarod konnte die Kälte die sie plötzlich wieder umgab förmlich spüren. Dennoch wusste er, dass das was sie gesagt hatte ein großer Schritt nach vorne für sie war. Es zeigte, dass sie ihm vertraute. Langsam stand er von seinem Sofa auf. „Wir haben die Wahrheit gefunden“, protestierte er sanft.

Um ihn vom näherkommen abzuhalten nagelte ihn Miss Parker mit ihren eiskalten blauen Augen fest. „Die Wahrheit ist selten etwas gutes. Sieh dir doch mein 'Familienerbe' an. Mein Großvater hat seine Familie angezündet und eine skrupellose Organisation gegründet. Mein Vater und mein Bruder sind Serienmörder und mein Onkel hat sich aus einem Flugzeug gestürzt. Und das alles wegen ein paar Schriftrollen. Und wahrscheinlich hast auch du mittlerweile gemerkt, das alles was bleibt nur noch mehr Fragen sind“, sagte sie bitter. Sie wandte sich wieder von ihm ab und machte ein paar Schritte auf die Tür zu.

„Warte!“, forderte Jarod und ging langsam auf sie zu.

Sie drehte sich, die Hand auf der Türklinke, halb zu ihm um. „Nein“, sagte sie sanft aber bestimmt. „Ich habe schon zuviel gesagt. Lyle und ich hätten niemals herkommen dürfen. Ich kann nicht glauben, dass das auch noch meine Idee war.“

„Wir müssen ja nicht reden. Wir könnten einen Film sehen oder die Decke anstarren und uns einfach nur anschweigen“, Jarod sah sie bittend an. Sie zögerte. „Ich weiß nicht....“ Vermutlich würde sie sowieso nicht schlafen können

„Bitte.“

Sie nahm ihre Hand von der Türklinke. „Ich suche den Film aus.“

nächster Morgen

Um halb acht Uhr morgens betrat Lyle gut gelaunt das Wohnzimmer. Zuerst viel ihm auf, dass der Fernseher lief. Dann das auf einer Couch seine Schwester und auf der anderen Jarod lag. Beide schienen tief und fest zu schlafen. Lyle ging auf Parker zu und schüttelt sie sanft. „Parker. Parker wachen Sie auf.“

Übermüdet öffnete sie Augen. „Lyle?“, murmelte sie schläfrig.

„Ja“, sagte er. „Hören Sie Parker, wenn Sie...“, Lyle hielt inne, denn seine Schwester war offenbar schon wieder eingeschlafen. Vergeblich versuchte er sie wieder aufzuwecken. Er überlegte, dass sie vermutlich eine lange Nacht gehabt hatte. Kurzerhand nahm er sie auf die Arme und trug sie nach oben.

Miss Parkers Zimmer

Als er sie auf ihr Bett legte schlug sie plötzlich die Augen auf. „Lyle!“, diesmal klang es entsetzt. Sie rutschte ein Stück von ihm.

„Jetzt, wo ich Sie die Treppe hoch geschleppt habe wachen Sie auf?!“, meinte er etwas entrüstet.

„Sie haben was?“, fragte Miss Parker verwirrt.

Lyle winkte ab. „Sie sollten noch etwas schlafen.“ Er wandte sich ab und verlies ihr Zimmer.

Miss Parker starrte ihm hinterher. Dann zog sie die Decke über sich. Sie war jetzt viel zu müde um sich Gedanken über Lyles merkwürdiges Verhalten zu machen.

Wohnzimmer

„He, Wunderknabe aufwachen“, reif Lyle. Als Jarod sich nicht rührte nahm er kurzer Hand ein Wasserglas vom Tisch und leerte es über Jarod aus.
Erschrocken fuhr er hoch. „Lyle“, brummelte er.

„So heiße ich“, bestätigte Lyle. Er stellte das Wasserglas wieder auf den Tisch.

„Wo ist Parker?“, fragte Jarod mit einem Blick auf das leere Sofa.

„Sie ist oben und schläft“, Lyle musterte den Pretender. „Das sollten Sie auch tun“, er wandte sich ab und ging in die Küche.

später
Esszimmer


Von ihrer früheren Müdigkeit war nichts mehr zu sehen. Make up und Haare saßen wie immer perfekt. Ein kurzer Rock, eine Bluse und High Heels ließen aus Lyles übermüdeter Schwester wieder die kühle Miss Parker werden.

Lyle, der allein am Tisch saß, blickte von seiner Zeitung auf. „Ausgeschlafen?“, fragte er.

Sie nickte nur. Sie setzte sich und ließ sich von ihrem Bruder einen Kaffee einschenken. „Wo ist Jarod? Schläft er noch?“

„Nein, e ist in der Apotheke um Aspirin zu kaufen“, Lyle schüttelte den Kopf. „Es ist unglaublich, er isst doch tatsächlich Unmengen Eiscreme zum Frühstück. Er sagt, das Zeug wäre gut für die Knochen. Calcium und so“, kopfschüttelnd vertiefte Lyle sich wieder in seiner Zeitung.

„Nun.. das ist Jarod. Ich denke jeder wäre etwas verrückt, wenn er über so einen großen Zeitraum von der Außenwelt abgeschottet gewesen wäre“, meinte Miss Parker und begann ein Brötchen zu schmieren.

Lyle legte seine Zeitung an die Seite und musterte seine Schwester. „Was ist los mit Ihnen?“

„Was soll los sein?“, fragte sie ohne den Blick zu heben.

„Na ja, Sie reden wie Sydney und nehmen Jarod in Schutz, selbst wenn das gar nicht nötig ist“, sagte Lyle.

„Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen“, meinte sie scharf.

„Ach, Parker, das ist doch...“, setzte Lyle an.

„Nein, Amy, jetzt gleich geht es nicht.... doch .... nein... also, gut. Bis gleich“, Jarod, der eben den Raum betreten hatte, steckte sein Handy wieder in seine Tasche. Sein Blick viel auf Miss Parker. „Guten Morgen.“

„Morgen.“

„Ähm, Jarod, wann genau wird Amy hier auftauchen?“, fragte Lyle.

„So in 5 Minuten“, antwortet Jarod.

Miss Parker beobachtete wie Lyle unruhig wurde. „Nun, Lyle, was halten Sie davon, wenn wir uns die Stadt ein wenig ansehen?“, sagte sie, ohne von ihrem Teil der Zeitung auf zusehen.

Überrascht und dankbar zugleich wandte Lyle sich ihr zu. „Haben Sie was dagegen, wenn wir gleich losfahren?“

„Natürlich nicht“, Miss Parker legte die Zeitung an die Seite und stand auf.

„Sie retten mir das Leben“, flüsterte er ihr an der Tür zu.

„Ich weiß“, sagte sie nur. Sie drehte sich zu Jarod um. „Tschüss.“

Draußen

„Haben Sie was dagegen, wenn ich fahre?“, fragte Lyle scheinheilig.

„Sie wissen ja gar nicht, wo ich hin will“, sagte Miss Parker während sie die Fahrertür öffnete und einstieg.

„Und wo wollen Sie hin?“, fragte Lyle. Er ergab sich seinem Schicksal und steig auf der Beifahrerseite ein.

später
Santa Barbara


Zwei Stunden später fragte sich Lyle was wohl schlimmer war. Auf Amy zu treffen oder mit seiner Schwester Schuhe zu kaufen. Um ihre Aufmerksamkeit zu erlagen stupste er sie an. Er deutete auf ein kleines Cafe. „Ich lade sie auf einen Kaffee ein.“

„Oh. Okay“, erwiderte sie langsam.

Cafe

Genau wie die letzten zwei Stunden schwiegen sie sich an. Der Kellner brachte den Kaffee. Es verstrichen ein paar weitere Minuten, bis Lyle etwas einfiel. „Parker?“

Miss Parker hatte gedankenverloren vor sich hin gestarrt. Nun wandte sie ihren Blick ihrem Bruder zu.

„Diese Stimmen... beeinflussen sie Ihr Leben sehr?“, fragte Lyle interessiert.

Verwirrt musterte Miss Parker ihn. Warum wollte er das wissen. Dann senkte sie ihren Blick. „Nun... in letzter Zeit schon. Nehme ich an.“

„Sie nehmen das an?“, wiederholte Lyle. „Wären Sie so freundlich und erklären mir das?“

Überlegend rührte sie ihn ihrem Kaffee herum. „Sie wissen doch das ich sie noch nicht sehr lange höre..“

„Und?“

„Lyle, denke Sie wirklich ich würde Ihnen von heute auf morgen einfach so vertrauen? Nach allem was war? Und das nur, weil Sie sich angeblich verändert haben?“, sie verfiel wieder in ihren gewohnten hochnäsigen Tonfall.

„Sie wollen also mir also sagen, dass die Stimmen Sie im Prinzip dazu bewegt haben, dieser Sache nun doch nachzugehen? Und das noch mit mir zusammen?“, fragte Lyle unbeeindruckt weiter.

„So ungefähr“, erwiderte sie. „Warum wollen Sie das wissen?“

„Ich habe mich nur gefragt...“, Lyle hielt inne. „... warum Sie Ihre Gabe erst so spät zu spüren bekamen.“

„Sydney, denkt es hat was mit der emotionalen Lage zu tun. Und damit, ob man sie nun für das 'Gute' oder für das 'Böse' einsetzt“, erklärte Miss Parker.

„Sie meinen also, sie bekamen die Gabe erst, als man sicher sein konnte, dass Sie sie nicht einsetzten würden um Jarod zu fangen?“

Miss Parker zögerte. „Ich denke so könnte man es ausdrücken.“ Sie musterte ihrem Bruder. Die Stimmen sagten zwar ganz deutlich, dass sie ihm vertrauen konnte, doch sie fragte sich wie das möglich sein sollte. Was wenn sie ihm zwar für den Moment wirklich vertrauen konnte, er dieses aber später ausnutzen würde? Lyle tat immer nur das was er tun musste um zu überleben und um an möglichst viel Macht zu gelangen. Wenn Lyle der Meinung war, dass er dies im Moment mit Jarod und ihr an seiner Seite besser konnte, dann würde er sie nur so lange unterstützen, bis er seine Meinung wieder änderte. Dann würde er sie vermutlich an das Centre ausliefern. Sie seufzte und Lyle sah auf. „Was ist los?“

„Nichts“, sagte sie schnell. „ Nun, ich frage mich nur, wer oder was Sie vom Soziopathien zum hilfsbereiten Bruder gemacht hat..“

Lyle zögerte. „Sie sitzt gerade bei Jarod zu hause“, sagte er dann.

Miss Parker ließ ihre Kaffeetasse sinken und starrte ihren Bruder fassungslos an. „Amy?“

„Ja.“ Das war alles was Lyle dazu zu sagen hatte.

„Sind Sie immer so gesprächig?“

„Sie wollen wissen was Amy genau damit zu tun hat?“, fragte Lyle.

„Sicher“, entgegnete Parker.

Lyle holte tief Luft. „Sie erinnern sich sicher noch daran, dass ich kurz nachdem Sie von Cartis wiedergekommen sind, nach London reisen musste. Nun ja Amy arbeitet zur Zeit im Centre in London...“

„WAS?? Aber..“

Lyle unterbrach sie mit einer Handbewegung. „ Aber in Wirklichkeit arbeitet sie für die CIA. Offenbar ist man dort auf uns aufmerksam geworden. Ich weiß nicht warum sie ausgerechnet in London arbeiten, aber im Grunde ist das auch egal. Als ich das alles herausfand, war es leider schon zu spät. Ich denke, ich habe sie schon da sehr geliebt. Aber wie auch Ihnen wurde mir mein Leben lang eingetrichtert, dass die Liebe eine große Schwäche ist. Ich suchte mir ein paar Cleaner, die sich um Amy und um ihren Partner kümmern sollten, bevor ich den Vorstand und das Triumvirat informieren wollte. Leider habe ich mir wohl nicht die klügsten Cleaner ausgesucht, denn anstatt Amy und ihren Partner einfach nur ruhig zu stellen und zu mir zu bringen, wollten sie sie ausschalten. Ich kam im letzten Moment dazu um Amy zu retten, aber ihr Partner war bereits tot. Ich sorgte dafür, dass die Cleaner niemandem erzählten was sie nun wussten und beschloss niemandem von den Untersuchungen der CIA zu erzählen. Natürlich war Amy sauer. Sie beschuldigte mich, zu Recht, ihren Partner und Freund umgebracht und sie in Lebensgefahr gebracht zu haben, während ich sie beschuldigte mich für ihre Nachforschungen ausgenutzt zu haben. Wir trennten uns im Streit und am nächsten Tag flog ich nach Blue Cove zurück“, schloss Lyle. Er nahm einen Schluck Kaffee, da seine Kehle vom reden ausgetrocknet war.

Parker hatte seinem Bericht Atemlos gefolgt. Sie fing sich sehr schnell wieder, auch wenn die Information, dass ihre ehemalige College-Freundin eine Agentin vom CIA war die das Centre hochnehmen wollte sie ein wenig aus der Bahn warf. Dazu kam natürlich noch die Sache mit Lyle. „Bei dieser ganzen Sache geht es also im Prinzip um eine Frau?“, harkte sie ein weiteres Mal nach.

„Nennen wir es eine Reihe unglücklicher Zufälle“, bemerkte Lyle.

„Erklären Sie mir das?“, forderte seiner Schwester.

Wieder zögerte Lyle. Dieses mal etwas länger, doch dann räusperte er sich. „Nun, mein Adoptivm... Mrs Bowman ist kurz vorher gestorben. Ich dachte, das wüssten Sie.“

„Nein“, sagte sie langsam. „Das tut mir sehr Leid, Lyle.“

Zu ihrer Überraschung winkte Lyle ab. „Zuerst war ich wirklich sehr traurig. Nicht dass ich das im Centre gezeigt hätte. Aber ich wusste, dass es ihr zum Schluss wirklich sehr schlecht ging. Außerdem...“, er brach ab.

„Außerdem?“, wiederholte Miss Parker.

Lyle seufzte. „Anfangs drohte man mir damit sie zu töten, falls ich nicht tue was man mir sagt. Ich hatte immer schrecklich Angst davor. Später merkte ich nichts mehr davon, aber ich denke das die Angst vielleicht doch noch irgendwo in meinem Unterbewusstsein ruhte und erst nach ihrem Tod wirklich verschwunden ist.“ Lyle fühlte sich wirklich seltsam. Er konnte sich nicht mal erinnern jemals ein Gespräch dieser Art geführt zu haben. Und auf eine seltsame Art und Weise, die ihm beinahe Angst einjagte, fühlte es sich sogar gut an über das alles reden zu können. Außerdem hoffte er, dass es half Parkers Vertrauen ihm gegenüber zu stärken.

Miss Parker fragte sich inzwischen, warum Lyle plötzlich so offen ihr gegenüber war. Vielleicht musste er einfach mal mit jemandem reden, überlegte sie. Vielleicht dachte er sich das alles aber auch nur aus um ... sie schüttelte den Kopf über ihre eigenen Gedanken. Möglicher Weise hatte Lyle Recht und sie litt wirklich unter Verfolgungswahn. Da sie den Großteil ihres Lebens im Centre verbracht hatte würde sie dass aber eher wenig wundern.
Irgendwie brachte sie es fertig ihm zu zu lächeln. „Lyle, die ganze Geschichte ist wirklich furchtbar und wenn es etwas gibt womit ich Ihnen helfen kann... ich meine ich könnte mit Amy reden oder...“

„Schon gut. Danke“, unterbrach Lyle sie. „Ich fürchte ich muss da allein durch. Aber danke fürs Zuhören.“

Miss Parkers Lächeln wurde breiter. „Wozu sind große Schwestern schließlich da?“

Lyle lachte auf. „Na ja, ich habe nicht so viel Erfahrung mit großen Schwestern“, er musterte sie und lehnte sich zurück. „So, Sie und Jarod hatten also gestern Abend Spaß?“, fragte er freundlich.

Miss Parker wurde plötzlich etwas nervös. Dadurch das Lyle sich ihr geöffnet hatte kam sie in Zugzwang und es hatte sie schon einiges gekostet sich Jarod gegenüber zu öffnen. Plötzlich wurde ihr klar, dass das eine mehr oder weniger rhetorische Frage gewesen war. Also entspannte sie sich wieder. „Ja. Entgegen meiner Erwartungen war es ein sehr schöner Abend.“

später
Jarods Haus


Mit einem Schokoriegel in er Hand öffnete Jarod die Haustür. „Oh, ihr seit's. Wie war eure Stadtbesichtigung?“, fragte er und trat zur Seit um Platz für Lyle und Parker zu machen.

„Das einzige was wir besichtigt haben waren Schuhe“, grummelte Lyle und hob die Tüte mit den Schuhen an.

Jarod grinste wissen und Lyle verschwand in seinem Zimmer.

Jarod blickte zu Parker die ihren Mantel auf hängte. „Er ist irgendwie verändert, nicht wahr?“ Er nickte ihn Richtung Lyle.

„Ja“, sagte Parker ausweichend.

Jarod musterte sie. Sobald sie rein gekommen waren hatte er gemerkt dass sich etwas zwischen den Zwillingen verändert hatte. „Sie wissen was ihn verändert hat oder?“

„Ja“, wiederholte sie knapp.

Jarod wartete, dass sie fortfuhr dich sie schwieg. „Sie werden es mir nicht sagen..“

Miss Parker lächelte. „Nein. Er hat es mir im Vertrauen erzählt. Jarod, Sie stehen doch so auf Rätsel raten, nun kommen Sie in den Genuss dieses zu lösen“, mit diesen Worten ließ sie ihn stehen und verschwand ebenfalls in ihrem Zimmer.

Jarod blieb Kopfschüttelnd zurück. Er biss ein Stück von seinem Schokoriegel ab. Zwillinge! Die sollte mal einer verstehen. Er machte sich auf den Weg in sein Büro, denn er hatte noch einiges zu überprüfen.

später
Miss Parkers Zimmer


Ohne zu klopfen öffnete Lyle die Tür. Miss Parker saß am Schreibtisch und ging einige Akten durch. „Was wollen Sie, Lyle?“, fragte sie ohne auf zusehen.

„Wir sollen in Jarods Büro kommen“, berichtete er.

„Ich komme gleich nach“, sagte sie gerade als ihr Handy klingelte. „Was?“, fragte sie und deutete Lyle mit einer Handbewegung zu verschwinden.

später
Jarods Büro


„Was ist so wichtig?“, fragte Miss Parker als sie den Raum betrat.

Jarod der vor seinem Laptop saß antwortete: „Ich habe diese Verwandschaftsgeschichte überprüft, oder besser gesagt ich habe es versucht. Doch außer dem was du schon erwähntest habe ich nichts mehr gefunden.“ Jaro öffnete eine Schublade und zog zwei Spritzten hervor. „Also werde ich unser Blut vergleichen müssen“, erklärte er.

Noch währen er sprach zog Miss Parker ihr Jackett aus. Darunter trug sie ein Top das den größten Teil ihres flachen Bauches entblösste. Jarods Augen wanderten über sie. Sie hielt ihm den Arm hin. „Pass lieber auf wohin du stichst“, sagte sie kühl, doch ein zweideutiges Lächeln zierte ihre Lippen.

„Ihr Wunsch sei mir Befehl“, erwiderte Jarod und pikste behutsam in ihre Vene um ihr Blut abzunehmen. Dann legte er die Spritzte bei Seite und gab ihr einen Tupfer und ein Pflaster.

„Soll ich dir damit helfen?“, Miss Parker deutete auf die andere Spritzte.

„Das geht schon.“

Lyle beobachtete die beiden. Etwas schien verändert. Ganz abgesehen davon, dass sie sich duzten.

„Ich fahre jetzt ins Labor und vergleiche die beiden Proben“, erklärte Jarod.

Miss Parker nickte nervös und zog ihr Jackett wieder über. „Wann glaubst du, hast du die Ergebnisse?“

„In zwei Stunden vielleicht. Das Labor liegt etwas außerhalb“, er ließ eine Flüssigkeit in das Blut tropfen, die verhindern sollte, dass das Blut gerann ohne jedoch die Testergebnisse zu verfälschen. Dann ging er zur Tür und verabschiedete sich.

Lyle wartete bis Jarod verschwunden war, dann wandte er sich seiner Schwerster zu. „Sie verdrehen unserem kleinem Pretender ja ordentlich den Kopf“, sagte er grinsend.

Miss Parker schoss einen vernichtenden Blick auf ihn ab. „Lyle! Es wäre immerhin möglich dass wir irgendwie verwandt sind!“, sagte sie kalt.

„Das ändert nichts daran“, entgegnete Lyle.

Miss Parker verdrehte die Augen. „Müssen Sie nicht irgendwelche Leute killen“, fragte sie entnervt und lies ihren Bruder stehen. Was sie kurze Zeit später schon wieder bereute. Lyle bemühte sich offensichtlich sehr nett zu ihr zu sein. Sie seufzte und setzte den Weg in ihr Zimmer fort, wo noch Arbeit auf Sie wartete.

später
Miss Parkers Zimmer


Wie immer betrat Lyle ohne zu klopfen das Zimmer seiner Schwester, die schon wieder an dem Schreibtisch saß. Dieses Mal tippte sie auf ihrem Laptop herum. „Was tun Sie da eigentlich?“

„Nun, ich sehe mir die Akten der neuen Sweeper an“, erklärte sie uns stellte ihren Bildschirm aus. „Die Sicherheitschefin sollte doch wissen ob sie auch was taugen.“

„Das sollte sie“, bestätigte ihr Zwilling.

Sie trommelt mit den Fingern auf die Tischplatte. „Lyle, was genau wollen Sie von mir?“

„Jarod ist wieder da. Mit den Ergebnissen natürlich.“

Obwohl sie innerlich vor Neugier fast platzte zwang sich Miss Parker ihre äußere Kühle bewahren.

„Er ist in der Küche.“

Küche

„Also so wie ich das sehe sind wir definitiv nicht im geringsten verwandt“, sagte Jarod.

Lyle und Miss Parker tauschten einen Erleichterten Blick aus der ihm nicht entging. Es wäre sicherlich nicht sehr schön für die beiden gewesen, wenn sie gewusst hätten das sie ihren eigen Bruder jagten. Jarod konnte förmlich sehen wie die Anspannung von Miss Parker fiel.

„Na Gott sei Dank“, meinte Miss Parker. Sie wandte sich ab um wieder zu gehen, doch Jarod hielt sie zurück. „Parker, warte mal eben bitte.“

„Was ist denn noch?“, fragte sie und lies Lyle vorbei nach draußen.

„Ich habe ein Blutbild von dir gemacht weil ich dachte, dass ich so vielleicht einen Grund für deinen ständigen Kopfschmerzen finden würde...“

„Woher weißt du.. Ach vergiss es“, sie goss sich ein Glas Wasser ein.

„Ich hab aber nichts gefunden“, er reichte ihr den Ausdruck ihres Blutbildes. „Aber dann ist mir was eingefallen. Setzt dich doch bitte mal eben kurz.“

Miss Parker musterte ihn durchdringend und setzte sich dann.

Jarod stellte sich hinter sie und strich ihr ihre Haare aus dem Nacken.

Sie drehte sich um. Ihre Augen verengten sich zu Schlitzten. „Was. Glaubt. Du. Tust. Du. Da?“, fragte sie bedrohlich.

Jarod lies sich von ihr nicht einschüchtern, sondern drehte ihren Kopf sanft wieder nach vorne. „Die Bandscheiben manchen Menschen sind etwas weicher als gewöhnlich. Wenn sich dann beispielsweise die Nackenmuskeln zu sehr versteifen genügt die kleinste 'falsche' Bewegung und ein Wirbel rengt sich aus. Der drückt dann auf bestimmte Nerven was wiederum zu sehr starken Kopfschmerzen führt“, erklärte der Pretender während er ihren Nacken vorsichtig abtastete. „Hattest du in letzter Zeit außergewöhnlich viel Stress oder hast du jetzt in deinem Bett eine andere Matratze als vorher?“

„Das würdest du gerne rausfinden nicht war, Wunderknabe“, sagte sie anzüglich. Als sie bemerkte, dass Jarod ein wenig errötete lächelte sie.

„Und Stress?“, wiederholte er überflüssiger Weise. Sie stand ständig unter einem enormen Druck und das wusste er.

„Nicht mehr als sonst auch“, gab sie zurück.

Jarod hatte mit seiner kleine Untersuchung aufgehört. „Du hältst dich besser fest“, bemerkte er. Dann rengte er ohne eine weitere Vorwarnung den Wirbel wieder ein.

Das Wasserglas in Miss Parkers Hand zersprang. „Au“, stöhnte sie. „Was hast du gemacht?“, fragte sie obwohl sie es sich eigentlich denken konnte

„Dich wieder zusammen gebaut.“

„Danke“, sie faste nach hinten an ihren Nacken. „Au“, wiederholte sie. Dann stand sie auf und ging in die Knie um die Scherben von ihrem Glas einzusammeln.
Als Jarod ihr helfen wollte schnitt er sich in den Finger. Miss Parker bemerkte das erst, als Blut auf die weißen Fliesen tropfte. Sie legte die Scherben die sie noch in er Hand hielt auf den Küchen Tisch und nahm seine Hand. „Wir sollten da lieber was darauf tun“, meinte sie. „Der Schnitt ist zwar nicht tief, aber er könnte sich entzünden.“ Sie zog ihn mit sich hoch und stellte das Wasser an. „Halt sie darunter“, befahl sie. „Wo hast du deine Pflaster?“

„Im Badezimmerschrank, denke ich“, sagte Jarod, der ihrem Befehl folgte und die kleine Wunde unter das Wasser hielt.











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